Wie bereits angekündigt habe ich mir Fat Princess für die PS3 gekauft – 15€ hat das Spiel gekostet. Das war es allemal wert, Fat Princess macht nämlich richtig Spaß – sofern der Verbindungsaufbau klappt.
Da wären wir auch direkt bei meinem größten Kritikpunkt: Es kann schonmal mehrere Minuten dauern, bis die Verbindung zu einem Spiel steht. Oft bricht der Vorgang vorher ab und man landet wieder im Hauptmenü. Das ist ärgerlich und wird hoffentlich noch verbessert. Abgesehen davon ist Fat Princess das erwartet tolle Multiplayer-Spiel. Stellt euch einen Mix aus Battlefield, WoW-Schlachtfeldern und Capture the Flag vor, das Ganze dann noch quietschbunt und auf Speed. Achtung: Ich gehe hier ausschließlich auf den Multiplayer-Modus ein.
Wie laufen die Partien ab? Jedes Team (bestehend aus bis zu 16 Spielern) startet zu Beginn in seinem Schloss. Dort gilt es für jeden Spieler, sich eine Klasse auszusuchen. Das geschieht, in dem man einen der Hüte aufsetzt, die im Schloss verteilt sind. Zur Wahl stehen die Klassen Krieger, Bogenschütze, Priester, Magier und Arbeiter. Die Arbeiter bauen Holz und Erz ab, was für Schlossausbauten benötigt wird. So lässt sich beispielsweise ein Katapult bauen, mit dem man sich hinter die feindlichen Linien schleudern kann. Jede Klasse lässt sich außerdem einmal upgraden, wofür ebenfalls die Arbeiter zuständig sind. Nach einem Upgrade wechselt man per Knopfdruck zu einer Alternativ-Klasse. Der Priester kann dann beispielsweise Leben aussaugen, statt heilen. Der Arbeiter kann nach dem Upgrade Bomben werfen, was ihn auch im Kampf nützlich macht usw..
Auf jeder Karte stehen Türme, die, ähnlich wie Flaggen in Battlefield, erobert werden können. Nach der Eroberung dienen die Türme u.a. als zusätzlicher Lagerplatz für Ressourcen. Je nach Spielmodus bringen sie auch wertvolle Punkte, die zum Sieg verhelfen. In Fat Princess gibt es nämlich neben den zwei Prinzessin-Entführ-Spielmodi auch Team Deathmatch und Invasion (Türme erobern). Die Partien ohne Prinzessin sind meist wesentlich schneller vorbei – Spaß machen sie aber alle, auch wenn gerade die Modi mit Prinzessin in einer Random-Gruppe sehr langwierig sein können. Nur mit Teamwork ist man in Fat Princess wirklich erfolgreich. Ausgeglichene Klassenbalance und taktisches Vorgehen werden belohnt. Große Ungereimtheiten in der Klassen- balance sind mir bisher nicht aufgefallen. Etwas ärgerlich: In Fat Princess gibt es ausschließlich Voice-Chat zur Kommunikation. Der wird nur kaum genutzt. Ein Text-Chat wie etwa in Little Big Planet wäre sehr schön gewesen.
Die Präsentation von Fat Princess ist sehr schräg. Die putzige Comic-Grafik steht im Kontrast mit dem hohen Gewaltgrad. Die Stimmen der Charaktere und des Ansagers sind gelungen. Insgesamt hat Fat Princess einen sehr amüsanten, eigenen Stil gefunden. Musikalisch hätte allerdings etwas mehr Abwechslung drin sein können. Toll: Man schaltet im Laufe des Spiels Gestaltungssmöglichkeiten für seinen Charakter frei. Pinker Bart und Zöpfe? Kein Problem!
Fat Princess ist ein sehr witziges Team-Spiel, das einen gelungenen Mix aus Zugänglichkeit und Komplexität findet. Es macht einen Heidenspaß, wenn man in’s Schloß des Gegners eindringt und es schafft, die Prinzessin über’s Spielfeld zu schleppen oder wenn man sich im Deathmatch einfach nur einen chaotischen Kampf liefert. Nette Details runden das Ergebnis ab. Der Menüpunkt für SinglePlayer heißt beispielsweise “Play With Yourselve”, der Charakterausbau “Get Fabulous”. Nach einem Sieg wird der beste Spieler zum Sensenmann und tötet Gegner mit nur einem Schlag, bevor die nächste Runde beginnt. Und schaut euch unbedingt mal die Credits an!
