Tag Archive: GTA IV


Es ist Mickwoch, der Tag vor Donnersduck!

Verzeihung, ich spiele gerade Epic Mickey. Anyway, es ist Zeit für das Item der Woche und dieses mal haben wir einen Leckerbissen für euch, der in Sachen Coolness und Absurdität schwer zu überbieten sein dürfte.

Habt ihr euch je gefragt, wie Super Mario Bros. aussähe, wenn es eine klassische Mafia-Action-Oper im Stile von Luc Besson oder Michael Mann wäre? Falls nicht: Warum nicht?! Falls doch: The Brothers Mario ist ein GTA-Machinima, in dem genau das präsentiert wird. Es ist als Trailer aufgemacht, erzählt aber im Grunde schon die ganze Handlung des Films und alle wichtigen Charaktere sind vertreten.

Inszenierung und tolle Synchronsprecher sind neben der verrückten Grundidee die deutlichen Highlights des Filmchens, zudem gibt es viele Anspielungen und Gags in dem fast fünfminütigen Spektakel. Und sein wir mal ganz ehrlich – verglichen mit dem… “filmischen Erguss” aus dem Jahre 1993 kann The Brothers Mario sich mehr als sehen lassen.

Wenn’s zum Item der Epoche nicht ganz reicht, dann wird es wohl das Item der Woche tun müssen! Und diese Woche haben wir einen schönen Schmunzler für euch Kellerkinder da draußen bzw. drinnen.

Gaming sickert mehr und mehr in den Mainstream der Kultur, manchmal wird es dabei positiv aufgenommen, beizeiten negativ. Manch ein Spieler findet es auch gar nicht so gut, daß “sein Hobby” ein Stückchen Exklusivität verliert und von der breiten Masse er- bzw. verkannt wird. Doch die Sache ist: In der Vergangenheit waren Game-Anspielungen, die ein durchwachsenes Publikum ansprachen, eine echte Seltenheit. Wer exzessiv Anspielungen auf Zocks benutzte, hatte in der Regel auch ein darauf zugeschnittenes, sehr spezielles Publikum. (Wie z.B. Scott Pilgrim Macher Brian Lee O’Malley oder der junge Koreaner, der so hervorragend Starcraft-Einheiten imitieren kann. Ja, Koreaner sind ein spezielles Publikum.)

Insofern ist dieses Segment aus einem Auftritt des irischen Stand Up Komikers Dara Ó Briain (ja, er wird tatsächlich so geschrieben) eine echte Rarität. Der Mann ist 38 Jahre alt, Familienvater und hat mit Videospielen eigentlich insofern überhaupt nichts zu tun, als daß sie keinen nennenswerten Teil seiner “Masche” ausmachen. Er fand es nur witzig, eine seiner Nummern um Spiele aufzubauen. Beachtlich ist hierbei zweierlei: Zum einen macht sich Ó Briain nicht über Spiele allgemein lustig (à la “Haha, diese blöden Kids mit ihren Ballerspielen…”), sondern lacht vielmehr mit ihnen und über seine eigene Unfähigkeit, sie zu spielen (er spielt allerdings schon mit der Idee der Altersgrenze).

Und zum zweiten bleibt er dabei nicht im Allgemeinen hängen: Der ganz konkrete Ulk der sich wiederholenden Metal Gear Solid Sterbesequenz (SNAAAAAAAKE!) wird genauso spezifisch genutzt wie der Frust, bei Rock Band nie den gewünschten Song spielen zu können, weil man einfach noch nicht soweit ist. Schön ist auch, daß das Publikum tatsächlich sehr gut auf diese Späße reagiert. Für einen “normalen” Komiker ist das schon eine beachtliche Sache. Wir sagen euch Bescheid, wenn Bayonetta in der ARD das Wetter ansagt – lange kann es nicht mehr dauern.

Mehr Gaming Comedy von Dara Ó Briain »

I zu dem T zu dem E zu dem M DER WOCHE!

Unser diesmaliges Fundstück ist ein sehr unterhaltsamer, aber auch extrem stranger Machinima-Film zu GTA IV. Prinzipiell ist es die Geschichte eines Händlers (der gleichzeitig Biker ist), der sich an einem Mafia-Boss rächt, weil der seine Waren nicht kaufen wollte, doch dann wird der Jäger zum Gejagten.

Die Story ist doof, aber gar nicht so wichtig, wie der Schöpfer kitty0706 einräumt, wollte er einfach coole Actionszenen inszenieren. Und das ist ihm gelungen, zwischen den Charakteren, die sich mit Originalzitaten aus GTA IV unterhalten, entfalten sich schon bald spannende Verfolgungsjagden, Schießereien, sogar Faustkämpfe. Allerdings solltet Leute mit einer Allergie gegen Randomness vielleicht Abstand wahren. Wir hingegen sagen: Not bad, not bad indeed.

Spiele-Trend: DLC

Noch in der letzten Generation von Spielen gab es auch nach dem Release eines Titels teilweise massig neue Maps, Models oder gar kleine Missionen zum Download – das sollte dem entsprechenden Spiel Langlebigkeit einhauchen und gehörte zum guten Fanservice. Das Beste: Es war kostenlos! Nur große Erweiterungen – neue Kampagnen oder Spielmodi etwa – kamen in Bezahl-Addons. Heute gibt es diesen Zusatzinhalt zwar immernoch, nur heißt er jetzt Downloadable Content – kurz DLC – und kostet in den meisten Fällen Geld!

Wirklich neu ist nun, dass auch Konsolen in Genuss von neuen Inhalten kommen – dank der einfachen Distribution via X-Box Live und PSN. Dass man für neue Mini-Kampagnen oder gar Story-Erweiterungen auch gerne den ein oder anderen Euro zusätzlich zahlt, ist nachvollziehbar. Aber dass viele Entwickler und Publisher bereits Geld für einzelne Maps oder Spielermodelle verlangen, ist schlicht und ergreifend Kundenausbeute. Oft kauft man auch nur Freischalt-Codes, die dann Inhalte freigeben, die bereits vorher auf der Disc gespeichert waren – man läd also gar nichts runter sondern zahlt nochmal drauf, um das komplette Spiel nutzen zu können. Komplett ist das Stichwort – bekommen wir in Zukunft vermehrt halbgare und unfertige Spiele als Vollpreis-Titel angeboten und werden im Nachhinein erneut zur Kasse gebeten? Das lässt sich schwer einschätzen, das Medium ist noch relativ neu und viele Anbieter loten ihre Möglichkeiten aus.

PC-Spieler sind vom neuen Trend am meisten betroffen – denn früher war man gewohnt neue Inhalte für lau zu bekommen. Heute bekommen die PC’ler sie teilweise gar nicht mehr – zu sehen am Beispiel von Prince of Persia, dessen Zusatzinhalt nur auf Konsolen erscheint. Den neuen Inhalt für Fallout 3 können PC-Spieler nur über das kaum verbreitete Games for Windows Live erstehen – und das auch nur, wenn sie sich vorher Microsoft-Points kaufen. Das wäre verkraftbar, wenn GfWL von Microsoft so vorbildlich genutzt und ausgebaut worden wäre, wie X-Box Live. Aber eigentlich will man ja, dass sich die Spieler eine 360 zulegen, statt am PC zu zocken – da erscheint es einen wie eine Farce, wenn Microsoft Windows immernoch als “First-Class Gaming Platform” bezeichnet.

Natürlich gibt es trotzdem auch Entwickler, die vorbildlich mit dem neuen Trend umgehen. Die Burnout-Macher Criterion etwa liefern selbst ein Jahr nach dem Release noch kostenlose Inhalte für ihr Rennspiel. Ascaron spendiert Sacred 2 Spielern mit fast jedem neuen Patch neue Gegner und Items. Rockstars DLC für GTA IV wird zwar kostenpflichtig, scheint aber dafür auch die Ausmaße eines richtigen Addons anzunehmen (bedauerlich ist nur die 360-Exklusivität).

Ich glaube, dass der DLC in Zukunft noch stärker wird, gerade im Zeitalter der digitalen Distribution. Sicherlich wird es Anbieter geben, die versuchen das meiste Geld rauszuholen – eine stabile Fanbasis schafft man sich so aber nicht. Preis/Leistung muss stimmen, dann ist jeder Spieler zufrieden. Also liebe Entwickler: Bitte stellt eure Produkte fertig, bevor ihr sie auf den Markt bringt. Und wenn wir nach dem Release erneut die Breiftasche zücken müssen, dann doch bitte mit der entsprechenden Gegenleistung!