In den letzten Tagen habe ich mich nicht eingeloggt. Ich hätte nämlich nur die Wahl zwischen Crafting (*gähn*), Grinding und Questing. Letzeres würde mich nur etwa 30 Minuten am Stück beschäftigen, bevor mir Square die 36-Stunden-Schranke vor der Nase zurammt. Den größten Spielspaß hatte ich bisher bei der Monsterhatz und Erkungstour in einer kleinen Gruppe. Aber das allein kann das Spiel nicht tragen, zumal es kaum mitreißende Inhalte für Gruppen gibt – zumindest nicht im frühen Levelbereich.
Und da wären wir auch am fundamentalen Problem von Final Fantasy XIV angelangt: Dem Inhalt, dem Gamedesign. Quests laufen immer auf das Töten von bestimmten Monstern oder das Sammeln verschiedener Ressourcen hinaus. Geschichten oder besondere Ereignisse fehlen. Selbst die erste Story-Questreihe ist alles andere als mitreißend (wir erinnern uns…). Gerüchten zufolge hört aber selbst dieser Content ab Stufe 20 oder 30 auf.
SquareEnix hat übrigens ein Review-Embargo von einem Monat auf Videospiel-Magazine verhängt. Da fehlt wohl selbst auf Seiten des Entwicklers und Publishers das Vertrauen ins eigene Produkt. Einen Testbericht gibt es aber schon, den von Gamespot: 40%. Ouch. Ich habe bisher zu wenig vom Spiel gesehen, als dass ich ein eigenes Urteil fällen könnte. Ich kann euch aber sagen, dass mich Final Fantasy XIV in seinem momentanen Zustand nicht motiviert. Das Klassensystem ist nett, Grafik und Spielwelt teils atemberaubend schön. Trotz der glänzenden Oberfläche fühlt sich Squares MMO 10 Jahre alt an. Man spürt die Leidenschaft der Animateure und Artdesigner, aber auch die scheinbare Gleichgültigkeit der Zuständigen für das Gamedesign und den Spielfluss.
Mein Problem mit Final Fantasy XIV liegt nicht im schweren Einstieg, sperrigen Interface, ständigen Lag oder langsamen Spieltempo, sondern einzig an den mir gebotenen Möglichkeiten. Das Spiel fängt mit einem fantastischen Rendertrailer an, der bisher nicht im Geringsten das wahre Spielerlebnis repräsentiert. Schade. Jetzt heißt es abwarten und sehen, was Square Enix aus ihrem frisch geschlüpften Online-Mitbewerber machen und ob das Spiel mit diesem leicht antiquierten Gamedesign seinen Platz im Genre finden wird.
