Tag Archive: Point and Click


Die charmanten britischen Claymationfiguren Wallace und Gromit werden die meisten wohl kennen, immerhin sind der käsemampfende Erfinder und sein vierbeiniger Freund schon seit 1989 unterwegs. Nach 20 Jahren nahmen sich die Adventure-Spezialisten bei Telltale die putzigen Plastilinhelden zur Brust und veröffentlichten 2009 eine Staffel mit vier Episodenadventures mit ihnen. Jetzt kommt die erste dieser Episoden bei uns auf deutsch heraus und…ach weh.

Bei gamona könnt ihr eine vollständige Review von mir lesen, in der ich die ganze Misere des W&G-Abenteuers “Urlaub unter Tage” schildere. Eines sei jedoch schon jetzt erwähnt: Daedalic Entertainment bringt die Adventures hierzulande heraus und will nicht nur 15 Euro pro Episode, sondern hält es auch für angebracht, sie in falscher Reihenfolge zu veröffentlichen: Die aktuelle Episode ist nämlich die zweite der Staffel, die erste erscheint im Oktober. Way to go.

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Auch zur Special Edition von The Secret of Monkey Island gibt’s eine kurze Video-Review. Ich verrate zwar nichts über die Story, aber ein paar der gezeigten Szenen könnten leichte Spoiler für Monkey Island Neulinge sein.

Hier geht’s zum Video auf YouTube, wie immer in HD.

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Seit heute kann man für 8,99€ die Special Edition zum ersten Teil von Monkey Island bei Steam herunterladen. Da ich sehr gespannt auf die neue Optik und die Sprachausgabe war, habe ich mir das Remake zugelegt. Hier mein Ersteindruck:

Lucas Arts hatte bereits erwähnt, dass sich die Special Edition sehr genau ans Original halten wird. Daher auch die Option, zu jeder Zeit zwischen Original und Remake zu wechseln. Optisch gefallen mir beim Remake vor allem die Hintergründe, die teilweise um stimmige Details erweitert wurden und sogar mit ein paar Spezialeffekten glänzen. Außerdem unterstützt das Spiel sehr hohe Auflösung – selbst 1920×1200 sind möglich. Guybrush’s neues Charakterdesign gefällt mir hingegen weniger, sieht er doch seltsam aus mit der hohen Stirn und der gewaltigen Frisur. Die anderen Charaktere gefallen mir bisher sehr gut, ich habe aber erst für kurze Zeit gespielt und somit nur eine Handvoll Einwohner von Mêlée Island getroffen (und die erste Szene mit LeChuck gesehen).

Der Special Edition merkt man leider an, dass sie auch auf Konsolen funktionieren soll. Ohne Tastatur ist das Spiel nicht spielbar, da man für das Anzeigen des Inventars und der Interaktions-Verben jeweils eine Taste drücken muss. Da frage ich mich, warum die nicht standardmäßig am unteren Bildschirmrand eingeblendet werden, wie es bereits beim Original der Fall war. Per F10 Taste wechselt man zur Originalversion, dort ist die Tastatur natürlich nicht nötig.  Jede Animation des Originals wurde in die Special Edition übertragen – die Animationen sind also auch entsprechend  simpel. Die englischen Stimmen sind bisher sehr passend und der Humor kommt auch gesprochen sehr gut rüber (allein die Zirkus Brüder!). Ab und zu merkt man allerdings, dass die Dialoge eher für’s Lesen gedacht waren. Die Musik ist super, an einigen Stellen bleibt das Spiel aber still – eben genau wie das Original.

Die Schwächen in der Bedienung trüben zwar etwas das Gesamtbild, aber die neue Präsentation kann sich sehen (und hören) lassen. Das Remake wurde wortwörtlich auf dem Original aufgebaut, somit spielt man das exakt gleiche (spitzenmäßige) Spiel und kann sich stets den Wandel zwischen Pixellook und HD-2D Grafik anschauen. Schade: Bei der Originalversion kann man nicht die Stimmen zuschalten.

Monkey Island Neulinge sollten spätestens jetzt zuschlagen. Aber auch für Fans der Serie ist das Remake einen Blick wert. Sollten sich im Verlauf des Spiels noch Besonderheiten herausstellen, werde ich den Artikel entsprechend editieren. Aber auch wenn das hier ein Ersteindruck ist – die Nähe zum Original wird deutlich klar und ich bezweifle, dass sich das Mittem im Spiel ändern wird.

[Update] Habe das Spiel jetzt durch (was auch nicht so schwer ist, wenn man es schon kennt). Die Qualität der Hintergründe schwankt, vor allem auf Monkey Island wirken einige Gegenden recht lieblos. Ansonsten sind mir keine unpassenden Sprecher o.ä. aufgefallen. Trotzdem würde ich mir noch den Originalmodus mit Sprachausgabe wünschen.

Ich denke, den letzten Satz des Spiels kann ich auch ohne Spoilerwarnung verraten: Guybrush Threepwood will return!

MISE

Classics: Monkey Island

1990 schuf Ron Gilbert zusammen mit den Lucasfilm Games – heute Lucas Arts – den Grundstein zu einer der besten Adventurespielreihen aller Zeiten. Alles drehte sich um einen jungenMann namens Guybrush Threepwood, der gerne Pirate werden wollte und dabei diverse Inseln bereiste. Eine davon nannte sich

Alles begann jedoch auf Mêlée Island – dort galt es die Aufgaben von ein paar schrecklich wichtigen Piraten zu erledigen. Nur so konnte Guybrush als Pirat anerkannt werden. Doch natürlich lief das nicht so, wie es sich Guybrush vorgestellt hatte: Nachdem er die Aufgaben der Piraten erledigt hatte, wurde seine Freundin und Gouverneurin von Mêlée Island, Elain Marley, entführt und das von niemand Geringerem als den Geisterpiraten LeChuck! Guybrush war gezwungen, sich eine Crew zu suchen, um LeChuck zu verfolgen und Elaine zu retten – die Meuterei der Crew, Kannibalen mit Obstköpfen, Beleidungsfechterei, ein seniler Inselbewohner und ein dreiköpfiger Affe waren nur einige Dinge, die Guybrush fortan das Leben schwer und uns einen Heidenspaß machten.

Die Grundlage der Hintergrundgeschichte ist in allen Teilen ähnlich – Elaine will gerettet und LeChuck aufgehalten werden, ob nun als Geister- oder Zombiepirat. Ron Gilbert arbeitete nur an den ersten beiden Teilen der Serie mit, die von vielen Fans als die Besten bezeichnet werden. Der dritte Teil bekam einen neuen Look im Zeichentrick-Stil – die Geschichte, der Humor und die Rätsel konnten meiner Meinung nach aber mit den ersten Teilen mithalten. Mir persönlich gefällt der dritte Teil sogar am besten, nicht zuletzt durch Murray, den sprechenden Totenschädel. Teil 4 war der Tiefpunkt der Serie: Die Grafik wurde 3-Dimensional, der Humor und die Rätsel ließen nach und die Steuerung wurde für Gamepads angepasst und war mit der Tastatur eine Qual. LucasArts hätte besser daran getan, den Stil und die Steuerung von Teil 3 beizubehalten. Dass man 3D und Point & Click dennoch gut verbinden kann, beweisen die Entwickler von Telltale Games mit ihrer Neuauflage von Sam & Max.

Das letzte Monkey Island ist aus dem Jahre 2000 und seitdem wünschen sich die Fans einen fünften Teil, der an die Qualität der ersten drei Teile anknüpft. Bis heute kursieren zwar Gerüchte über einen Teil 5, aber bei Lucas Arts‘ derzeitigen Kurs ist das wohl eher unwarhscheinlich. Schließlich haben sie damals die Entwicklung an Sam & Max aufgegeben, weil Adventures nicht mehr profitabel seien. Später verkauften sie die Lizenz an Telltale und die waren alles andere als unerfolgreich. Im Gegenteil: Trotz (oder gerade wegen?) Episodenformat verkaufte sich das neue Sam & Max prächtig, dank genialem Humor und guten Rätseln. Vielleicht gibt Lucas Arts die Lizenz an Monkey Island irgendwann weiter oder arbeitet wirklich an einem fünften Teil – mehr als hoffen und warten kann man leider nicht. Übrigens arbeitet Ron Gilbert gerade an einem Spiel namens Death Spank, das, laut eigener Aussage, eine Mischung aus Hack & Slay und Adventure werden soll. Hier findet ihr die ersten, sehr witzigen Teaser zum Spiel.

Zum Abschluß noch das geniale, deutsche Intro von Monkey Island 3

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