Tag Archive: Street Fighter 4


Ich muss zugeben, dass mich Street Fighter 4 zunehmend begeistert. Mehr sogar, als es Tekken und Soul Calibur je getan haben. Das liegt wohl am hervorragenden Onlinemodus und der guten Spielbalance.

Dutzende Onlinekämpfe habe ich inzwischen bestritten und so langsam sinkt die Verlustrate. Ich spiele derzeit hauptsächlich mit Rose, die im Gegensatz zu Crimson Viper eine Fernkampfattacke besitzt und außerdem noch selbige der Gegner reflektieren kann. Mit der Zeit lernt man, wie man auf die Angriffe der verschiedenen Charaktere zu reagieren hat, was ein wichtiger Teil des Spiels ist. Wirklich angenehm ist, dass man stets einen Kontrahenten findet, online ist momentan mächtig was los – und das bei der PC-Version.

Negativ fällt die geringe Charaktervielfalt online auf. Die meisten Spieler wählen Ryu, Ken oder Akuma – das ist zumindest mein Eindruck. Dank der prozentualen Disconnect-Anzeige neben jedem Spielerprofil gibt es dafür erfreulich wenige Ragequits.

Neben dem Komfortnachteil der Tastatur ist mir inzwischen noch ein weiterer Nachteil aufgefallen: Diagonale Manöver werden nicht erkannt. Damit kann ich etwa den Slidekick von Rose nicht durchführen, was etwas ärgerlich ist. [Auch diagonale Manöver sind möglich, allerdings haben sie bei mir nicht funktioniert, als die Bewegungen auf den Pfeiltasten lagen. Per WASD geht's aber.] Trotzdem funktioniert die Tastatur mit dem Spiel besser als gedacht und aufjedenfall besser als der 360-Controller.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir Street Fighter 4 so gut gefällt. Der Einstieg war zwar hammerhart, aber das tolle Spielgefühl macht das locker wieder wett. Von CollegeHumor gibt es übrigens eine sehr witzige Filmreihe zu Street Fighter. Ist zwar schon alt, aber gut. Hadoken!

RosevsRyu

Nun konnte ich der Versuchung nicht mehr widerstehen und habe mir die günstige PC-Version von Capcoms Vorzeige-Kampfspiel Street Fighter 4 geholt. Ich bin totaler Street Fighter Anfänger und habe bisher nur kurz die Turbo HD Version von Teil 2 gespielt. Mein erster Eindruck von Teil 4: Ich hasse Seth!

Das Positive an Street Fighter ist, dass jeder Charakter nur eine Handvoll Combos hat, die allesamt leicht zu merken und auszuführen sind. Es steht also Timing und Gegnerkenntnis im Vordergrund. Durch die leichten Combos ist die Eingewöhnungszeit schön kurz, aber bitte nicht falsch verstehen: Einsteigerfreundlich ist Street Fighter 4 trotzdem nicht.

Meine Kämpferwahl fiel auf C.Viper (Bild) und als erstes ging’s direkt in den Arcademodus – aber selbst auf einfach hatte ich kaum Chancen. Also erstmal in den Trainingsmodus, Combos fix gelernt und wieder zurück in den Arcade. Immernoch sehr schwer. Nach einer ganzen Weile Training und sogar einigen (weniger erfolgreichen) Online-Matches später habe ich es dann geschafft, mich durch den Arcademodus auf mittlerer Schwierigkeitsstufe zu kämpfen. Doch dann kam der Endgegner: Seth, ein generisch aussehender Supermensch, der die Kampftechniken verschiedener anderer Charaktere mixt (tolles Beat’em Up Klischeé…). Frustrierend ist gar kein Ausdruck – Seth hat so viele billige Tricks auf Lager, die mich als Anfänger maßlos überfordern. Mit C.Viper habe ich ihn nicht besiegen können, aber mit Dhalsim und auch da nur durch spammen des starken Punches (was bei allen Gegner funktioniert hat…).

So – jetzt mag man denken mir gefällt Street Fighter 4 nicht, aber ganz im Gegenteil: Ich finde es super! Die restlichen Modi machen Spaß, die Charaktere sind vielseitig und gut ausbalanciert. Kernstück ist natürlich der Multiplayermodus. Der läuft über Games for Windows Live und man findet jederzeit einen Kontrahenten. Das Matchmaking weist mir aber oft erfahrene Leute zu, gegen die ich (noch!) wenig Chancen habe. Schönes Feature: Man kann einstellen, dass man während des Arcademodus von Spielern online herausgefordert werden kann. Ich spiele Street Fighter 4 übrigens mit der Tastatur, weil mir die Combos so wesentlich leichter fallen, als mit dem 360 Gamepad.

Die Präsentation ist erstklassig, vor allem die stilsichere, effektvolle Grafik überzeugt. Das Spiel wurde wunderbar für den PC optimiert – bei mir läuft es auch auf hohen Details konstant flüssig. Weniger schön finde ich die kurzen Anime-Zwischensequenzen im Arcademodus, da die stilistisch nicht zum Rest passen und kaum nennenswerte Geschichten erzählen. Der Sound ist super, bis auf eine Ausnahme: Der kitschige Boyband-Titelsong, der mir wohl die nächsten 2 Wochen nicht mehr aus dem Kopf gehen wird…

SF4